La Palma Teil 3

Here we go again.

Wollte den Schuss nur machen um das Nebelwetter in meiner bisherigen homebase Mazo zu zeigen, da fiel mir der Reiter auf. Dem ist doch tatsächlich der Pferdetransporter hinterhergefahren inklusive nachfolgendem Stau. Leute gibt’s! Señor Guzman, der mal geschwind Bock hatte, ne Runde zu reiten und dabei seine Immobilien abgeklappert hat, ob seine Leibeigenen auch alles fein in Ordnung halten, der Bentely ist sicher auch nicht weit.

„(dreimal in die Hände klatsch) Ich hab keine Lust mehr zu reiten bei dem Sauwetter, bringt den Gaul in den Stall und mich zur Finca, aber hoppla!“

Ja, sehr stimmungsvoll, ganz toll, Nebel ist immer beliebt bei Fotografen. Allerdings nicht bei Urlaubern und ich habe schließlich keinen Auftrag vom Time Magazine sondern will noch ein bissl Sonne vor dem langen deutschen Winter. Also weg hier. Schauen wir mal auf die andere Seite der Insel.

Krasse Fahrt den Berg hoch, sogar Nebel im Tunnel, wo gibt’s denn so was?

Das Licht am Ende des Tunnels…

Tätä! Dafür liebe ich diese Inseln. Wenn das Wetter nicht taugt, fährt ma einfach ums Eck und da wird irgendwo schon die Sonne scheinen.

Isn’t this amazing? Yes, it is! Wieder und wieder.

Die Bananen auf dem Weg in die Welt.

Da wir quasi die ganze Insel schon durch haben, wird es ab nun an noch diverse impressions of the day geben. Ihr habt’s geschafft. Fast.

Apropos Deutsche. Angeblich leben viele hier, ich habe kaum welche gesehen. Die Insel ist erstaunlich spanisch, vielleicht auch wegen der Situation, ohne wenigstens ein paar Brocken in dieser Sprache wäre es schwierig geworden. Was ich wiederum als sehr angenehm empfinde. Es gibt nichts Schlimmeres als im Ausland von Einheimischen auf Deutsch angesprochen zu werden. Ich meine jetzt nicht „Hallo Bruda, Kamele reite? Sonnebrill? Haschisch?“ sondern „die Tapas und der Wein machen zusammen 8 Euro fünfundzwanzig, vielen Dank für Ihren Besuch und einen schönen Tag noch“.

Allein auf dem Hinflug sah ich eine kleine Gruppe deutscher Hippies. Graue, zottlige Haare und eine der Frauen hatte ein Blümchenkleid an und Wollsocken in den Birkenstocks. Das Bild eines jungen Mädchens im Körper einer alten Frau. Gruselig. Was hat die wohl bewegt auszuwandern? Ein geplatzter Drogendeal Ende der 70er? Das Auto mal einem von der RAF überlassen? Und nun, so stelle ich mir vor, seit Jahrzehnten hier, die Fluchtgründe längst verjährt. Man lebt von Harz4 oder dem geerbten Aktienpaket als Fabrikantensohn, die Zeit bleibt stehen und doch nicht. Einmal im Jahr fliegt man in die alte Heimat weil man sich mal wieder auf dem Amt blicken lassen muss oder ein paar Aktien umschichten, dann geht man noch auf ein Konstantin Wecker Konzert, der seit 50 Jahren gegen Kapitalismus und Umweltzerstörung ansingt, bevor er auch wieder zurück auf seine Finca fliegt. Wenn man jung ist nennt man die Verlogenheit und Heuchelei noch Idealismus. Wie nennt man das wenn man älter ist? Fatalismus? Und wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich da auch einen verlogenen, heuchlerischen alten Sack? Würde mich nicht wundern. Vielleicht kommt man ja nur so durchs Leben ohne verrückt zu werden.

Unscharfe Sonnenuntergänge und Baustelle in der Nachbarschaft? Dit wolln wa nich. Bissl Galama mit der Agentur, umziehen, next.

Schon besser. Den Rasen könnte man mal sprengen. Dann passt er zu meinem Budget.

Eine dicke Palme vor der Tür. Ich mag Palmen. Die wissen, wo es gut ist.

Außerdem hat sie eine Extra-Funktion für die Nachmittagssonne, dann wenn es am heißesten ist. Schlaue Lösung. Die Frage ist, was war zuerst da, Palme oder Haus? Henne oder Ei? Mensch oder Gott?

Das ist das Schatzi, die Isla Bonita, wie sie es selbst nennen. Kann ich bestätigen. Im Süden die Vulkan Geschichten, im Osten die Hauptstadt Santa Cruz und der Flughafen, im Norden die Wälder und der Gipfel mit den Sterneguckern, im Westen die, nunja, Ebene mit den Bananen und bissl Tourismus.

Das sind sie alle, die Kanarischen Inseln. Von rechts nach links: Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, Gomera, La Palma und links unten El Hierro, das Männle unter den dicken Ladies. Die ersten vier haben eher unangenehme Spots des Massentourismus, dem man sich aber weitgehend entziehen kann, indem man einfach woanders hingeht. Jede Insel ist anders und hat ihren eigenen Zauber. Nach Gran Canaria und Teneriffa würde ich nicht unbedingt noch mal hin, da ist mir zu viel los, alle anderen, gerne wieder.

Im Osten ist Marokko, an dem Eck unten beginnt West Sahara, früher spanische Kolonie, heute von Marokko besetzt. Ich war da mal in der ehemaligen Hauptstadt Ajoun, ein ziemliches Wüstenkaff. Dort traf ich einen jungen Musiker, dessen größter Traum es war, mal nach Europa zu gehen, der aber von den Behörden keinen Pass bekam. Fällt mir nur gerade ein, wo ich auf die Karte gucke.

Wenn wir mal ehrlich sind, sind wir hier auf den Kanaren nicht in Europa sondern in Nordafrika. Die Spanier haben die irgendwann mal einkassiert und nicht wieder herausgerückt. An wen auch? Die Urbevölkerung wurde, wie üblich, dezimiert und der überlebende Rest hat sich mit den Eindringlingen vermischt. Spanien war eine Weltmacht, Weltmächte haben schon immer alles einkassiert, dessen sie habhaft werden konnten. Außerdem waren die Kanaren oft der Startpunkt für die Fahrt nach Übersee. Kolumbus ist von hier los um den Seeweg nach Indien zu finden. Hier gab es noch mal Proviant und die Winde waren gut. Ist gerade mal so 400 Jahre her. Wer weiß, was in 400 Jahren ist und wem die Inseln dann gehören?

So, genug gefaulenzt. Neuer Tag, neues Glück. Mal auf die map gucken. In der Nähe ist eine Strasse, die von der mainstreet abgeht, mal dahin fahren, hier kann man sowieso nix falsch machen, also ab zur LP301.

Erst mal geht’s hoch, klar.

Spraydosenklimaschützer. Oh, wow! Kein CO2! Wie sind die denn da hochgekommen? Laufen habe ich einen Einheimischen nie sehen, wenn’s net absolut nötig war. Wie sie ohne CO2 hier die Supermärkte voll machen wollen, müssen die mir auch erklären. Oder ihr Handy herstellen oder täglich laden, wo sie das Werk sicher sofort auf Inschta gepostet haben. Die Server von Inschta, hm. Und wie sollen ohne CO2 die Pflanzen wachsen? Dann gibt’s hier net mal mehr Bananen. Eine Generation von Schlaumeiern mit Null Ahnung, davon aber viel. Die sind mit 18 schon mehr geflogen und gefahren worden, haben mehr technischen Schnickschnack besessen und mit Energie versorgt, als manch einer ihrer Eltern im ganzen Leben.

Ich habe mal gelesen, dass so ne Weißbrot NGO Geld gesammelt hat um Solar-Herde für Afrika zu kaufen. Dann sind die dahin geflogen, klar, schwimmen geht nicht und es ist ja für ne gute Tat. Dann haben die den ahnungslosen Afrikanern ganz antirassistisch erklärt, wie man doch umweltgerecht kochen kann und dafür sogar großzügig das Gerät verschenkt. Weil, kochen mit Holz und Kohle hat nun mal die mieseste CO2 Bilanz. Dann sind die wieder zurückgeflogen und haben sich saugut gefühlt. Eine Frau, die da wohnt, hat dann geschrieben, ja, sie kenne diese Herde, die würden überall unbenutzt hinter den Hütten liegen. Die NGO Schlauberger hatten sich nämlich Null mit den Lebensumständen der Leute beschäftigt, die brutzeln nämlich ihr Essen gerne in siedendem Fett, dafür reicht die Solarpower schon mal nicht. Außerdem essen die früh morgens und spät abends. Da scheint keine Sonne. Auch nicht in Afrika.

Aber ich komme vom Thema ab, wollte mich ja auch hier entspannen und net aufregen. Also weiter den Berg hoch und die Schönheit der hiesigen Naur genießen.

Hab ich’s nicht gesagt? Egal, wo man hier hinfährt, man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Hier konnte man sogar ein wenig off-road ins Vulkangekriesel fahren. War kein Schild, dass das verboten sei. Und was nicht verboten ist, ist erlaubt.

Finden die wohl lustig.

Uhh, Maskierte, schnell weg hier.

So sieht ein Ausflugs-Point These days aus. Haben die irgendwann mal überlegt, was das alles mit den Kindern macht?

Schnell weg und ab in die Wälder. Da bin ich sogar mal aus dem Auto raus und ne Runde marschiert.

Standesgemäß mit meiner Wanderausrüstung für 9.99 von Amazon.

Hinterlässt sogar Spuren im Sand. Low Profile, o.k.. Die Profis sind trittsicherer unterwegs, dafür schwitzen meine Füße nicht.

Äh, doch.

Ein Privatweg zu dem casa hier. Ich stelle mir hier eine Party 1969 vor. Knackige Spanier mit Waschbrettbauch. Braungebrannte Blonde Schwedinnen. Die langen Haare wehen im Wind. Die Sonne brennt. Das Bier eiskalt. Wenig Klamotten. Viel Sex & Drugs & Rock n Roll. Alles hat seine Zeit.

Soll ich jetzt noch dort entlang für eine weitere Aussicht? Äh, nein.

Ich muss schließlich noch zurück und mir ist eingefallen, dass es anfangs recht steil runter ging. Nach Adam Riese geht’s genauso wieder hoch, nur umgekehrt. Wanderschuhe wären nicht schlecht.

Zurück runter durch den Wald. jeder sieht ein bisschen anders aus. Je nach dem Zauberer, der darin wohnt.

Musste einfach nochmal ins Vulkansandgelände. Plötzlich waren da Esskastanienbäume. Ob die da jemand gepflanzt hat und das vor wieviel Jahren schon?

Bis hierher und nicht weiter.

Ist der Menage-Parkplatz vielleicht ein alter Mini Krater?

Ich hab gedacht, ich klettere da mal hoch. Bis fast zur Spitze bin ich gekommen, nach oben war es halbwegs trittsicher, da ist mir aufgefallen, wenn ich jetzt mit meinen dämlichen Schlappen ins Rutschen komme, bin ich geliefert. Nix zum Festhalten, mit dem Badehosenboden auf spitzen Vulkankieseln, von der Schwerkraft immer weiter beschleunigt, kein Mensch in der Nähe, der einen Heli rufen kann und aus meinem zerschundenen Körper läuft das Blut. Das wollen wir nicht. Außerdem ist es der größte bullshit, dass man auf den Berg müsse, weil dieser halt da sei. Also umgedreht aber vorher noch ein paar Schüsse geschossen.

Verwirrbild.

Hier bin ich umgedreht. Für Snowboarder mit so nem Sandboard sicher ne coole Abfahrt. Für Schwerbehinderte auf Flip-Flops eher nicht.

Die Frauen hier – die Farben!

Down it goes.

Hier bin ich auch mal lang, fand ich eine preisbewusste und resourcenschonende Lösung für eine befestigte Strasse bis ich bemerkte, dass es ein Privatweg zu einem Farmhaus war. Ich wollte dem nicht auf den Hof fahren aber jetzt dreh mal um hier!

Da hier alles steil ist, zudem aus engen Gassen kommend, gibt es den Einmündungen oft diese Spiegel. Um richtig reingucken zu können, muss man aber meistens schon halb auf die Strasse fahren. Naja, gut gemeint.

Ich bin später noch runter ans Meer zum Angeln gefahren, reden wir nicht darüber. Vorher habe ich einen Tramper mitgenommen, ein älterer, ziemlich abgerockter Herr auf Krücken, hat sich als Deutscher entpuppt. Er war ziemlich maulfaul, hat aber doch damit rausgerückt, dass er hier lebt. Am End hat er mich noch angeschnorrt, was ich dreist fand, ich hab ihm dann ein Bier geschenkt und gedacht, jetzt lebt der im Paradies hat aber keine Kohle, fröhlich wirkte der nicht.

Bevor ich wieder los bin habe ich ein feines Serrano-Schinken-Sandwich gemacht und etwas Bubu, da sah ich den Deutschen zwei Stunden später immer noch an dem Supermarkt, wo ich ihn rausgelassen hatte. Leider hat er auch ziemlich gestunken, kein Wunder, dass ihn niemand mitnehmen wollte, wahrscheinlich ist er bekannt hier. Ich hatte dann Mitleid, wobei Mitleid auch ein Dreck ist, es ist arrogant und überheblich. Ich bot ihm an, ihn nach Hause zu fahren, in seiner Verfassung hätte der es nie den Berg hoch geschafft. Er sagte mir, dass er sein letztes Geld für Essen ausgegeben hat und es nicht mehr für einen Wein reichte. Ich also zur Tanke, aus Mitleid, verdammt, ne Pulle Wein geholt, damit der Knabe nicht verdurstet. Er sagte mir, er wohne oben beim Schlachthof. Ich sagte, ich habe keine Ahnung wo der Schlachthof ist, ich sei ja schließlich Tourist und neu in der Gegend. Also hat er mir gnädigerweise den Weg beschrieben. Wieso er so weit in der Pampa wohne, wo er doch so schlecht bei Fuß sei? Sein Auto sei kaputt und er könne die Reparatur nicht bezahlen. An dem Häuschen, wo ich ihn rausließ und wo er wohnt, stand, ich schwör´s bei Gott: El Paraiso.

Selbst eine boring Strasse hat einen tollen Ausguck. Wenn ich weggehe, will ich immer, dass es dort anders ist und aussieht, als da wo ich herkomme. Das habe ich auf La Palma mal wieder definitiv geschafft.

Zum Angeln musste ich erst einen endlosen Strand entlang laufen. Ein paar lausige Handypics immerhin als Impression:

Zum Abendessen gab es ein Steakl. Und ein paar shots vom Nachthimmel. Angeblich kann man hier besonders gut die Sterne sehen, je nachdem wo man ist. Z.B. oben auf der Sternwarte, schätzungsweise. Hier gibt es wenig lightpollution, auch so ein dummes Neu-Wort.

Ich musste ziemlich lange belichten um da was rauszukitzeln. Auf dem obigen Bild ist zudem eine seltsame Erscheinung. So als wäre eine Sternschnuppe Amok gefahren.

Vor dem Schlafengehen dann noch mein Lieblingshaustier in Moskito Gegenden erwischt. Dann mach mal, Junge. Wenn du über mich wachst kann ich in süße Träume entschlummern.

Die Kanarischen Eidechsen darf man bei einem Blog über die Insel nicht unerwähnt lassen. Sie sind wirklich überall, in rauen Mengen. Wo man geht und steht kruschelt es im Gebüsch, sie sind sehr scheu und verstecken sich sofort, aber sobald sie der Meinung sind, dass da niemand mehr ist, weil man sich z.B. eine Weile nicht bewegt hat, kommen sie hervor. Sie sehen viel mehr nach Echse aus wie die unsrigen, finde ich, die ja nur bessere Blindschleichen sind. Relikte aus der Urzeit. trotzdem, ich mag sie nicht sonderlich, überhaupt alles Echsenartige. Sie mögen mich auch nicht, da bin ich sicher. Die Biester sind verdammt schnell und haben einen üblen Ausdruck im Gesicht. Ich weiß schon, dass Tiere eigentlich gar keinen „Ausdruck“ haben, aber wir interpretieren ihn ja trotzdem hinein. Hund, Katze und Vogel sehen einfach freundlicher aus. So gibt es auf YouTube nicht Millionen von Echsenvideos sondern von Kitties aus Bangkok, Berlin bis Boston.

Apropos Kitty. Kleine Bestechungen fördern die Beziehung.

Ich bin an eine der wenigen Häfen gebrettert, weil ich dachte, dass man da wenigstens mal stressfrei angeln kann. Konnte man. Gefangen habe ich trotzdem nix. Im ganzen verdammten Atlantik gibt es nichts ausser Wasser.

Aber sie haben hier die absurd größte Hafenmauer, die ich jemals gesehen habe. Das alles für ein paar lumpige Yachten nebst einem winzigen Kaff. Was erwarten die? Dass Elon Musk hier ne Tesla-Fabrik baut?

Da hinten geht’s auch noch weiter. Der mickrige Hafen hat zwei Monsterbarrieren. Haben die Angst vor einem Tsunami? Ich wüsste nicht, welche Insel besser davor geschützt ist, da fast alles Leben erst in ein paar hundert Metern Höhe beginnt. Außer die Hauptstadt und die liegt Richtung Festland. Was kostet wohl ein Liegeplatz in Tazacorte um diesen Betonberg gegenzufinanzieren? Unmöglich. Wahrscheinlich ist auf dem Kostenvoranschlag bei der EU ne Null verrutscht. Hoppla! Na jetzt haben wir die Kohle. Nachdem Bürgermeister und Parteien sich ihre „Auslagen“ wiedergeholt haben, haben sie der Baufirma, die vom Bruder des Bürgermeisters, die Kohle gegeben und gesagt: jetzt macht mal.

Für den Beton-Männle-Künstler hat’s auch noch gereicht. Nun ja.

Und für mich gibt es einen Foto-Standort, alles gut.

Sieht doch nice aus im sunset.

Und dann ist was passiert. Zur Hafenmauer Nummer 2 kamen ein paar kleine Boote und ein etwas größeres, längliches. Es gab dort etwas Theater und ein paar Leute gingen ans Land. Ich konnte es nicht genau erkennen, war zu weit entfernt, da dachte ich erst, ein Taucher Trupp kommt zurück vom Ausflug. Später bemerkte ich, dass da plötzlich Bullen und Ambulanzen kamen, da habe ich mal meine Kamera drauf gehalten.

Beim Rausvergößern sieht man, das offensichtlich ein paar illegale Afrikaner mit einem Boot kamen und dann von Ambulanz und Guardia Civil versorgt wurden. Die Medicos sind komplett in Schutzanzügen, machen die jetzt einen Corona Schnelltest? Gibt es sowas überhaupt schon?

Das ist schon krass, da ist man so im Urlaub am Angeln und dann so eine Szenerie. Da treffen Welten aufeinander. Und nicht nur da. Aus welcher Welt kommen sie und in welche geraten sie? Offensichtlich sind das Schwarzafrikaner, also keine Marokkaner, vielleicht aus Nigeria. Das platzt ja aus allen Nähten, die Bevölkerung hat sich seit 1960 vervierfacht und man rechnet mit einer weiteren Verdopplung auf 400 Millionen. Wenn man in so einem Land geboren wird, versucht man da rauszukommen, keine Chance dort. Der Mensch versucht sich immer zu verbessern, es wäre idiotisch das jemandem vorzuwerfen, deshalb bauen ja auch die Chinesen massiv Atom- und Kohlekraftwerke, weil sie es jetzt können. Aber was machen diese Männer nun in einem Europa wo schon der alte deutsche Rentner hier im El Paraiso ohne Kohle sitzt? Und Männer brauchen Frauen, schon mal darüber nachgedacht? Erstens ist es unsere natürliche Bestimmung und zweitens ist das Leben öde ohne sie. Anstrengend, ja, aber öde.

Was sich hier vor meinen Augen beim Urlaubsangeln mit Miet-Magane auf dem Parkplatz abspielte, ist die Manifestation eines Problems, für das niemand eine Lösung hat. Die humanen Lösungen funktionieren nicht, sie werden im Chaos enden. Außerdem habe ich noch nie gehört, dass einer von der refugee welcome Fraktion mal einen Afrikaner bei sich aufgenommen hat oder sein Geld dafür hergegeben. Die gehen alle nach ihren Demos oder Sonntagsreden nach hause zu ihren weißen Familien, ihren weißen Freunden zu ihren weißen Freizeitaktivitäten. Meistens arbeiten sie nicht mal in einem Job, wo sie da irgendwie hilfreich sein könnten. Das ist Billig-Moral, die einzig den Zweck hat, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Um die damit verbundene unangenehme Arbeit sollen sich bitteschön andere kümmern und am besten noch die Kosten begleichen. Auch hier im schönen La Palma habe ich keinen Schwarzen gesehen, nicht einen einzigen. Also was machen die mit den Leuten? Die kommen wohl in irgendein Sammellager in Madrid und von dort aus in die Barrios der europäischen Großstädte. Ist das eine Lösung?

Die inhumanen Lösungen wollen wir auch nicht. Da können wir ja gleich unsere schwer erkämpften historischen Errungenschaften von liberté, égalité und fraternité über Bord werfen und wieder in feudalen Diktaturen leben, wo das Recht des Individuums einen Scheißdreck wert ist.

Ihr werdet hoffentlich in meinem popligen Blog keine Super-Lösung erwarten. Vielleicht gibt es keine Lösung und wir sind nur Zeugen einer sich verändernden Zeit. Durch die Corona Nummer wurden die Zügel in allen westlichen Staaten schon mal angezogen, Freiheit und Demokratie kastriert, Ende nicht absehbar. Auch so ein Zeichen. Das europäische Zeitalter geht seinem Ende entgegen. Nice try, hat leider nicht auf Dauer funktioniert. Zu wenig Platz auf dem Planeten, zu viele Menschen, immer mehr, zu viele Egoismen, Rivalität, Machtkämpfe – so wie der Mensch eben ist, darauf war das Modell nicht ausgelegt. Nun sind die nächsten dran, wahrscheinlich die Asiaten. Und danach die übernächsten. So läuft das schon immer in der Geschichte der Menschheit. Kein Grund zur Panik. Es ist wie es ist.

Soll ich deshalb ein schlechtes Gewissen bekommen, meinen Urlaub abbrechen, mein Geld verschenken? Nö. Von oben betrachtet sind wir doch nur wie die Ameisen. Ich mach das, was in meinem Ameisenstamm eben so für mich vorgesehen ist, andere machen anderes in anderen Stämmen. Es ist wie es ist.

Und ein paar Fotos mache ich auch noch. Diese Aufgabe hat mein Ameisenstamm für mich vorgesehen, glaube ich zumindest.

Hab’s nochmal mit dem Nachthimmel probiert, den Mist von vorher nehme ich etwas raus. Leider klaut mir die Auflösung hier bei WordPress eine Menge Sterne. Das ist der Fluch der Fotografen. Man strengt sich an mit der besten und teuersten Technik und im Internet wird alles zusammenkomprimiert, so dass nur Schrott übrig bleibt. Der Sternhaufen ist glaublich die milky way, unsere Heimatgalaxie, die dennoch unerreichbar weit entfernt ist.

Der Himmel bei klarer Nacht ist wirklich besonders schön. Je länger man in ihn hinein guckt, desto mehr Sterne poppen auf, ist das schon mal jemandem aufgefallen?

Da ist was schiefgegangen. In Fotoschulen machen die sowas und nennen es dann Kunst. Es gibt sogar einen Begriff dafür: Lichtmalerei. In den Anfängen der Fotografie lasse ich mir das noch gefallen, Man Ray und so. Da haben die mit Technik und Material herumexperimentiert und es war echte Arbeit von der Entwicklung vom Film bis zum Abzug auf Papier, da hat man sich überlegt, was man macht. Heute rotzt man das mit dem Handy hin und 2 Sekunden später ist’s auf Inschta oder in einem blog. Nee, nee, kann weg. Kunst ist tot wenn alles nur noch beliebig und einfach ist. Das Selbe gilt für die Musik. Jeder Depp kann irgendwas zusammenpfuschen und hat einen Bombensound für den es vor gerade mal 20 Jahren noch Techniker und ein Studio für ne halbe Million gebraucht hätte. Dementsprechend sieht es aus auf dem Markt, wer blickt da noch durch? Ich habe mal mit einem 20-Jährigen geredet, der sieht das erstaunlicherweise genauso. Klar gibt’s noch Superstars. Das sind Leute wo die Majors Millionen fürs Marketing investieren. Musik für Idioten, die dann meinen, es würde was taugen weil´s halt so populär ist. Die müssen dann aber shows abliefern, wo 50 Sattelschlepper 2 Wochen lang die Bühne aufbauen. Würden die in nem Club singen, würde die Hälfte der Gäste nach dem ersten Bier wieder gehen.

Ach so. Wo ich am Ende gelandet bin?

Hier, im Haus Jacinta in:

Ironie des Schicksals, um mal eine der dümmsten aller Phrasen zu bemühen. Habe ich vor einer Woche oder so nicht gesagt, da wolle ich mal hin? Nun, here I am. Das war keine Absicht, da war nur das Ersatz-Casa vom Ersatz-Casa. Vielleicht gehe ich später nach Gold graben oder ne Bank überfallen. Oder ich bleibe einfach auf meiner Terrasse im Palmenschatten und brutzele mir eine Dorade und trinke ein Dorado.

Noch ein paar letzte Augenblicke und das war’s dann.

Was bleibt? Erinnerungen an Berge, Felsen, die Natur, Vulkane, Eidechsen, der Nebel, die Wolken, der Platz an den Sternen. Ein wunderschöner Ort auf diesem seltsamen Planeten. gerne komme ich wieder, one day. One day.

Hast luego y mucha suerte.