sin pescado

 

Jetzt will ich einmal tun, was man in einem blog so tut: Über belanglose Dinge schreiben, die keinen Schwanz interessieren, nicht einmal den Autor selbst.

Angeln zum Beispiel.

Eigentlich könnte ich das ganze Bla dann noch bei facebook einstellen, nur macht das Sinn bei meinen Freunden? Der eine ist der Penny Markt ums Eck, der andere der Arsch aus der Grundschule, den ich seit 30 Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich habe ihn schon früher gehasst, wahrscheinlich geht’s ihm genauso und er brauchte nur etwas Füllung in der linken Spalte. Keine Ahnung wie er mich im Netz gefunden hat, er fragte mich dann ob ich sein Freund sein will, nie im Leben, dachte ich, stimmte aber zu. Seine Posts lese ich nicht.

Das Bla kürzen und twittern? Liest das denn jemand bei 0 followers? Kann das überhaupt jemand lesen, selbst wenn er es nicht will? Gedanken rausmüllen in realtime, kaum sind sie da werden sie schon von den nächsten überholt, überschrieben, übermatscht.

Nee, dann lieber bloggen, ist cooler und da erwartet man sowieso nix.

Worum ging es nochmal? Ah, Angeln.                                                                                 Ja, ich war mal wieder angeln am Meer. Mit einem Freund. Männer, die aufs Meer starren. Ich habe geangelt, er hat beim Angeln zugeschaut. Die alten Männer und das Meer. Hemingway, der Fuchs, wusste schon was gut ist.                                                   Gefangen habe ich nichts.                                                                                                 Man geht nicht zum fangen angeln. Man angelt weil man einfach mal die Fresse halten will. Weil man nicht antworten oder fragen will und keine Antworten auf Fragen hören will. Kein Bla. Weil man mal nicht in einen Bildschirm glotzen will und man mal nichts kaufen will in irgendeinem Drecksladen. Kein Netz, kein Sex, kein Zeug, kein Geld, kein Phone, kein Ton, kein Food, kein Drink, kein Club.

Angeln ist ein Anti-Event. Ein Minus-Sport. Ein Low-Light.

Meinem Freund, also der, der beim Angeln zuschaute, sagte ich, dass ich ihn beneide. Das sei das ultimative Nirvana. Er sah es anders. Ich glaube, er ist noch nicht soweit, wahrscheinlich fehlt die Routine. Auch nichts tun will gelernt sein.                                   Jetzt bin ich wieder hier und überlege, ob ich mir Angelfreunde bei fb an Land ziehe, wenn schon keine Fische. Oder in Foren gehe auf Angelseiten. So mit Fotofischvergleich, wer hat den dicksten – gefangen, welcher Wurm ist der geilste und welcher Blinker ist der tollste Hecht.                                                                                                                      Einen Namen für meinen Avatar habe ich schon.

Sin Pescado.