INDIEN

Immer schon wollte ich mal nach Indien. Vor allem nach dem ich diesen Film gesehen habe:

https://www.moviepilot.de/movies/indien

Also gut, nix wie hin.

Hm, Indien hab ich mir irgendwie anders vorgestellt.
Ah, bin ja noch gar nicht da. Streik am Flughafen. Ausgerechnet heute. Verdammt. Na gut. Morgen.
In the air. Endlich. Bin beim Beten brav sitzen geblieben. Ist auch besser so, dann fällt das Bier net um.
Sieht schon besser aus. Mit heiliger Kuh. Indien.
Na gut. Goa. Man sagt, das sei nicht Indien. Oder nicht so ganz zumindest. Light. Whatever.
Wozu soll ich in die Slums von Bombay wenn´s auch erst mal der beach tut?
Goa ist wohl auch nicht mehr das, was es mal war. Volle Strände. Liveguards. Um 11 ist die Musik aus.
Fallende Kokusnüsse töten weltweit mehr Menschen als Haie.
Daher werden sie hier von Zeit zu Zeit abgeschnibbelt. Tote Touristen taugen nicht.
Das Klischee von Goa stimmt schon so auf den ersten Blick. Hippies von 20 bis 70. An jeder Ecke chillt man biologisch-vegan. T-Shirts mit Che Guevara, Bob Marley und Hanfblatt. Michael befummelt die Touristinnen Reiki-technisch auch unter der Gürtellinie während seine Alte im dritten Vorleben herumchannelt. Immerhin, für ein neues Gebiss für Tanya hat´s gereicht. Der Laden scheint zu laufen.
Meine Vibes stammen eher von meinem nationalplastizistischen Stuhl auf der Veranda. Geht auch.
Hier shoppen die Touries. Das übliche Zeugs eben seit 50 Jahren. Vom Räucherstab bis Platikschlappen.
Day two. Jetlag erfolgreich ertränkt. Nun mal bissl raus in die Pampa.
Immer wieder so schön.
Darf nicht bebaut werden weil die Turtles da einmal im Jahr laichen. Halbe Stunde weg von der crowd. No pig on the bach. Or cow. Sensationell. Unverständlich.
Geil, wa?
Ist nicht so, dass es hier nix gäbe wegen den turtles. Schöne seafood restaurants, zwo, drei resorts. Klar, Plasikschlappen und die Aprile-Aprile family sind weit weg. Aber hallo: das ist ja gerade das Geile daran!
Gibt es was schöneres als ein Kingfisher auf schattigem Karodeckchen und hinten das Meer?
Das war ne rethorische Frage.
Fisherkings
Austernmüll in the backyard.
Goas neuer highway im Bau. Vor vier Jahren war hier noch nix, habe ich gehört. Ich sag nur Berliner Flughafen. Der Anwohner ist unbegeistert, klar. Für die Region bedeutet es schnelles Fortkommen und kein Gerumpel mehr über Schlagloch Serpentinen. Bessere Strassen bedeuten schnelleres Fortkommen zu Job und Schule. Billigerer Transport. Besseres Leben für die 1,4 Milliarden Menschen auf diesem Subkontinent. Alle wollen das, weltweit. Nur der Deutsche pustet in sein Windrad und hustet wenn er das Wort „Diesel“ hört.
Schön ist was anderes in dieser beschaulichen Landschaft aus Palmen und Dschungel. Sagt Annalena während ihrer Massage am Strand. Dann bucht sie ihren Flug um, lässt sich von Daddy noch nen Tausi schicken und fliegt dort hin wo die Umwelt noch intakt ist und die Menschen am hungern.
Die alte Brücke war auch schön.
Ich finde, rot oder blau wäre hier definitiv besser gekommen. Giftgrün auf Hellgrün ist immer etwas shice. Hat schon mein Kunstlehrer gesagt.
Habbich schon mal gesagt, dass ich auf Palmen stehe? Zumindest solange keine Autobahn drunter durchfährt.
Back in black.
Die Rupien sind echt, keine Angst, können diese Augen lügen? Das Kingfisher jetzt her, aber zackig!
Respekt, Zurückhaltung und Freundlichkeit sind die Basis eines jeden Auslandsaufenthaltes. Wenn ich euch das sage.

Hello my friend, wanna buy some spices?
Friede (den) meiner Hütte(n)
Auch Heilige haben Hunger.
Bilderbuch-Goa für meinen Bilderbuch-Blog
Another one
Another one. Uups. Da ist ja wieder die Baustelle.
In einem Jahr rollen die Trucks an diesem wunderschönen Strand vorbei.
Und again: Bitter, ja, aus meiner Sicht, dem Touristen mit viel Freizeit und Geld in der Tasche. Die Schildkröten werden aber weiter laichen und den Indern ist es relativ wurscht, die haben es net so mit Stränden.
Horschtl aus Hintertupfing auf dem Weg ins Nirvana. Hat sich, so vermute ich mal, mit 53 in Frührente begeben, wegen Rücken oder so, und sich schlau überlegt, dass es bei 35 Grad am Beach weitaus spiritueller zugeht als bei Schnee und Regen in der Bahnhofsgasse 15, Hintertupfing. Später einen Joint und veganes Curry. Mit etwas Glück trifft er noch eine Schwedin oder so, der er dann die Vorzüge des tantrischen Yoga näher bringt. Is scho a Huand, der Horschtl.
Wir kommen und wir gehen wie ein Blatt im Meer. Alte Weisheit der Oststadt Indianer.
Jesses! Schon 50 Bilder und noch kein Sonnenuntergang! Das geht ja gar nicht. Also bitte:
Verdammt. Schon wieder Touristen ins Bild gelatscht.
Jetzt aber. Good bye sun.
Hello moon.
night
day
So Mädels, damit das mal klar ist. Hart aber wahr. Die tiefen Wahrheiten des Lebens finden sich manchmal auf dem Serviettenständer. So go ahead and decorate your soul.
Nix zu danken.
Einer von unzähligen Strassenkötern. Auf jede heilige Kuh kommt mindestens ein unheiliger Hund. Er hier sieht noch halbwegs zivil aus. Andere ziemlich abgerissen und finster. Wenn sie bellend hinter dir herlaufen, machst du, dass du weg kommst.
Affenarsch
Ein ganzer Clan hat die Nachbarhütten belagert. Vor mir hatten sie noch Respekt. Beruhte auf Gegenseitigkeit.
Dorf ohne beach. Canacona.
Mopedtanke
Hoffentlich brennt es nicht.
Farben sind wichtig. Krass gibt´s net.
Poser mit Vollbart. Kommt mir bekannt vor.
Goa halt.
Noch n beach…
noch n Kreuz…
noch n Stein…
noch n Boot…
noch ne street…
ne school…
and, of course, noch n sunset.
And now, let´s get the fuck outa here.
Versteht mich nicht falsch, Goa ist nice zum relaxen und Yoga machen, für unser Verständnis nicht teuer, wenn man mit basics zufrieden ist. In meinem Resort waren sie super nett und hilfsbereit, Wetter gut, das Meer entspannend. Hatte ne angenehme Woche hier.
Es gibt aber auch die Hippies und hypocrites, die nicht arbeiten aber monatelang am beach hängen und nach dem 3. veganen Joint die Umweltverschmutzung und Armut der Welt beklagen, dabei überlegen wo sie als nächstes hinfliegen. Die Russen, die die Kellner wie Leibeigene behandeln, für ihre paar Rupien den Paten raushängen und zu blöde waren, das Wort „please“ zu erlernen. Die Sextouristinnen im vorgerückten Alter mit knackigem Inder an der Seite nicht zu vergessen.
Klar, das alles gibt´s so und anders auch anderswo, die Welt ist sowieso schlecht.
Wie auch immer, jetzt geht´s mit dem Zug nach Hampi und ich freu mich drauf.

7 Gedanken zu „INDIEN

  1. Salute,
    die Bilder vermitteln den Staub, den Rauch, die Hitze und den Lärm. Wer schon mal in ähnlichen Gefilden unterwegs war, kann es schon fast spüren.
    Und: Wie ist das Essen – außer scharf ?
    BTW: Kannst Du mir eine getrocknete Chili-Schote mitbringen ? Kriegst irgendwann ein Pflänzchen zurück.
    HG

  2. Salute,
    die Bilder vermitteln den Staub, den Rauch, die Hitze und den Lärm. Wer schon mal in ähnlichen Gefilden unterwegs war, kann es schon fast schon spüren.
    Und: Wie ist das Essen – außer scharf ?
    BTW: Kannst Du mir eine getrocknete Chili-Schote mitbringen ? Kriegst irgendwann ein Pflänzchen zurück.
    HG

  3. “ the king of good times“ – das Heilversprechen von Kingfisher liegt auf dem Tresen.
    In diesem Sinne erstmal ein gutes Ankommen und gute Reise !

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